16
Juni

Gedanken über die Reanimation von Rivva

Für mich eines der schönsten und wertvollsten Ereignisse in der Netzwelt überhaupt: Der Content-Aggregator rivva.de mußte vor ein paar Monaten den Betrieb einstellen und ein Aufschrei ging durch die Netzwelt, ein Aufschrei im Sinne von “geht gar nicht”, “das kannste uns doch nicht wegnehmen … “.

Vorweg: Was macht Rivva so besonders? “Rivva filtert das Social Web nach meist empfohlenen Artikeln und debattierten Themen.” Das ursprünglich am 3.3.2007 von Frank Westphal gestartete Projekt entwickelte sich inhaltlich prächtig, wurde zur regelmäßigen Anlaufstelle und geschätzten Informationsquelle für diejenigen, die sich außerhalb der monotonen Welt der kanonisierten Agentur-Pressemeldungen über relevante, also breiter diskutierte Themen informieren wollten.

Herr Westphal stellte rivva.de am 3.2.2011 ein, da sich bis zu dem Zeitpunkt keine ausreichende Monetarisierung eingestellt hatte. Vasco Sommer-Nunes von der Berliner mokono GmbH, Betreiberin von blog.de, konnte es – so wie viele deutschsprachige Netz-Inhalte-Enthusiasten und -Puristen weder fassen, noch glauben. Und da die Jungs und Mädels von mokono ihre Finger immer schon am Puls oder am Herzen der Blogosphere haben, suchte man den Kontakt zu Meister Westphal. Der Kontakt kam zustande und mokono machte sich auf die Suche nach einem verständigen Sponsor, um das Projekt weiterführen zu können. Doch ich mag hier nicht von Sponsor sprechen, eher von einem Enabler, der sich dadurch auszeichnet, die tatsächliche Wertigkeit eines Zusammenhangs zu erkennen und authentisch zu unterstützen.

Mit BMW i konnte ein solcher Enabler kurzfristig gefunden werden – und die Lorbeeren liegen eindeutig bei Sebastian Schwiening, der bei der neuen Submarke von BMW u.a. für das Thema Social Media verantwortlich zeichnet. Sebastian hat innerhalb von – für Konzernverhältnisse völlig untypischen – “5 Minuten” die Relevanz von Rivva und die Wertigkeit einer “Wiederbelebung” erkannt. Hut ab!

Rivva ist nun bis Jahresende gesichert wieder am Start und “recharged by BMW i”. Und die Reaktionen auf die Wiederbelebung überschlugen sich in kürzester Zeit: Innerhalb von 24 Stunden nach Relaunch wurden über 110 Nachrichtenmeldungen und über 100.000 Tweets mit BMW i verzeichnet. Sogar auf Spiegel Online hatte es die Meldung schon in der ersten Stunde der Wiederbelebung geschafft.

Ich besuche Rivva nun fast jeden Tag – denn dort sichte ich statt gleich klingender Agentur-Meldungen individuelle Perspektiven auf spannende Themen. Priceless!

Eins noch: Das Konzept “Enabler” wie oben beschrieben, ist sicher keine blutjunges. Red Bull macht es doch seit langen Jahren vor. Die authentische Unterstützung von (Event-)Plattformen, deren inhaltliche Wertigkeit für die (Kern-)Zielgruppe auf der Hand liegt, verschafft dem Enabler – wenn man es richtig anpackt – mindestens zwei Dinge:

1. Man zeigt der Zielgruppe: Wir haben Deine Welt verstanden und ermöglichen Dir das Erlebnis.

2. Folgerichtig die “vertiefte Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Marke”.

Also nochmals *Respekt* an mokono & BMW i für das Feingefühl und die Initiative. Ihr habt uns Rivva wieder zurück gegeben – ohne etwas von uns dafür zu wollen. Danke!

Und natürlich: Danke an Frank Westphal, Du hast mit Rivva etwas Großartiges geschaffen, das die Welt braucht. Nie war es wertvoller als heute, in dieser “InformationsÜberflußGesellschaft” relevante Informationen auf diese Art und Weise gefiltert zu bekommen.

No comments yet

27
Dezember

Vom iPod bloggen

Wenn mir vor 5 Jahren noch jemand gesagt hätte, daß man seinen “Blog” vom iPod aus bequem befeuern kann, hätte ich die Stirn wohl eher skeptisch in Falten gelegt. Und der Duden ist auch komplett auf dem kleinen Teil vorhanden, wenn man will … was die Sache, also das Bloggen, zumindest nicht schwerer macht.

Anfangs habe ich mich gegen diese iPhone-Manie noch gewehrt. Als ich dann aber auf dem PICNIC in Amsterdam von haufenweise Bloggern umgeben war, die von ihren iPhones fleißig gebloggt haben, wollte ich mir das zumindest mal anschauen. Und die Vielfalt an Apps mit hohem Nutzen und zugegeben großartiger User Experience sollte mich zum Nachdenken bringen.

Nur wegen dem iPhone von Vodafone zu Magenta wechseln? Nö, das ist für mich kein ausreichender Grund für einen Wechsel. Stop, was reizt mich eigentlich an den Apps genau? Keine, bei der man ein Mobilfunknetz unbedingt braucht. Außerdem ist die Akku-Lebensdauer beim iPhone für mich Vieltelefonierer erschreckend schwach und das Tippen nicht mit der Tastatur eines BlackBerrys zu vergleichen.

Vor kurzem war es dann soweit, ein iPod Touch ist es geworden. 64GB, Platz für tonnenweise Musik und über WLAN im Netz. WordPress hat – natürlich – auch eine App und los geht’s, der erste Artikel ist somit vom iPod Touch aus erstellt.

No comments yet

17
Dezember

Warum spricht jeder über Social Media?

Er gibt ein Video, das diese Frage ziemlich umfassend beantwortet und eine ganze Reihe an Zahlen und Fakten beinhaltet. Ein Auszug: Von 402 Millionen europäischen Internetnutzern treiben sich 240 Millionen, also gut 60%, in Sozialen Netzwerken herum. Facebook hat bereits über 300 Millionen Nutzer. Wenn Facebook ein Land wäre, dann wäre es so groß wie die USA:

No comments yet

18
November

Gerd Leonhard: Selling access instead of copies

Gerd Leonhard, ein weitgereister KeyNote-Speaker, MediaFuturist und Autor, hat ein paar interessante Thesen hinsichtlich der Situation, in der sich Medienunternehmen im Zeitalter von Twitter, facebook und YouTube befinden. Bottom Line: “The monetizing of content is going away from selling content to selling access.“:

No comments yet

29
Oktober

Google-CEO über traditionelle Medien

“Die Menschen werden, aufgrund der Entwicklung hin zum user-generated Content, künftig mehr auf andere Leute hören als auf traditionelle Quellen. Die größte Herausforderung unserer Zeit dürfte es sein, diese persönlichen Informationen jeweils zu bewerten” Quelle: Netzökonom

Und für Werbetreibende und Werbeträger ist es nach wie vor die größte Herausforderung, diese schon seit längerem bestehende Erkenntnis in das alltägliche Verhalten und Agieren zu integrieren.

Hier das vollständige Interview mit Eric Schmidt:

No comments yet

2
Oktober

IBM Studie ‘The end of advertising as we know it’

Eine – durchaus lesenswerte – Studie von IBM Global Business Services geistert gerade durch die Tweets all derer, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Werbung beschäftigen. Vasco Sommer-Nunes (Co-Founder von mokono) ist einer derjenigen, dessen Tweets es sich zu verfolgen lohnt – den Link zur IBM Studie habe ich aus seinem Twitter-Feed.

Auszug aus der Einleitung der Studie: “The next 5 years will hold more change for the advertising industry than the previous 50 did. Increasingly empowered consumers, more self-reliant advertisers and ever-evolving technologies are redefining how advertising is sold, created, consumed and tracked.”

Zur kürzeren Fassung der Studie  geht es hier, zur ausführlichen hier.

In Deutschland ist die mokono ist einer der Vorreiter im Bereich Social Media. mokono betreibt die reichweitenstärkste Blogplattform im deutschsprachigen Raum (blog.de) und tritt seit ca. einem Jahr als Blogvermarkter eines immer größeren Portfolios auf. mokono ist äußerst kreativ und produktiv, wenn es um die Entdeckung von neuen Vermarktungsperspektiven und Werbeformaten im Social Media und deren gleichsam intelligente wie für alle Beteiligten effiziente Umsetzung geht. Das haben bereits einige aufgeschlossene und durchaus auch große Marken für sich u.a. in den blog.de Themenwochen entdeckt. Die Fallstudien sind einen Blick wert!

Randbemerkung: Ich kenne kaum Menschen, die bei ähnlichem Erfolg, ähnlich viel Erfahrung und einer vergleichbaren Sachkenntnis so erfrischen demütig und positiv menschlich geblieben sind wie Vasco! Respekt, Herr Sommer-Nunes!

No comments yet